#Biographie - Frankreich

August Meier

August Meier war ein deutscher Nazi-Offizier. Als Mitglied der SS (Schutzstaffel) befehligte er Einsatzkommando-Einheiten in Osteuropa, bevor er Leiter der Sicherheitspolizei (Sipo) und des SD in Limoges wurde.

August Meier wurde am 8. Oktober 1900 in Mainz geboren, das damals zum Großherzogtum Hessen im Deutschen Reich gehörte. 1933 trat er der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) bei. Ab 1936 leitete er eine Abteilung des Sicherheitsdienstes (SD) in Wiesbaden und war zudem für den SD in Breslau tätig.

Während des Zweiten Weltkriegs bekleidete Meier Führungspositionen innerhalb der Einsatzgruppen, den mobilen Vernichtungseinheiten, die hinter der Ostfront operierten. Am 5. September 1941 wurde er zum Kommandeur des Einsatzkommandos 5 innerhalb der Einsatzgruppe C ernannt. Zwischen dem 5. September 1941 und Februar 1942 wurden unter seinem Kommando in Kiew, Riwne und Schytomyr etwa 10.000 Juden ermordet. Vom 5. Juli 1942 bis November 1942 leitete er das Einsatzkommando 4b. In Stalingrad erkrankte er an Typhus und Malaria. Er wurde per Flugzeug evakuiert, in mehreren Militärkrankenhäusern behandelt und erholte sich im Mai 1943.

Anschließend wurde er zum Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Limoges ernannt und trat damit die Nachfolge von Hans Nikolai Jessen an. Sein Hauptquartier befand sich in der Villa Tivoli in der Nähe des Champ de Juillet. Von Limoges aus übte seine Dienststelle die Hoheitsgewalt über mehrere Regionen aus und arbeitete mit anderen deutschen Polizeidienststellen sowie mit französischen Kollaborationskräften zusammen.

Meiers Zeit in Limoges war geprägt von der Unterdrückung von Widerstandskämpfern und Zivilisten in der Region. Am 26. März 1944 wurden in Brantôme 26 Männer hingerichtet. Außerdem lieferte er dem Kommando der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ falsche Informationen und behauptete, Oradour-sur-Glane sei „von Terroristen befallen“. Am 10. Juni 1944, dem Tag des Massakers von Oradour-sur-Glane, wurde die SOE-Agentin Violette Szabo in der Nähe von Salon-la-Tour gefangen genommen. Meier verhörte sie nach ihrer Festnahme.

Nach dem Krieg wurde Meier 1949 an Frankreich ausgeliefert. Im Juni 1949 verurteilte ihn das Militärgericht von Bordeaux zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit. Er wurde 1956 aus gesundheitlichen Gründen freigelassen. Im Jahr 1959 wurde er zu den Ereignissen in der Ukraine befragt, daraufhin verhaftet und in das Gefängnis Hohenasperg überführt, wo er im Mai 1960 Selbstmord beging.

Photos