#Wahrzeichen

Alte Synagoge von Ioannina

Die alte Synagoge „Kahal Kadosh Yashan“ befindet sich in der Burg von Ioannina, wurde 1829 erbaut und ist die letzte noch erhaltene Synagoge der romaniotischen Juden in Europa. Im Inneren der Synagoge wird der 1.870 Juden aus Ioannina gedacht, die am 25. März 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Die Romanioten sind eine griechischsprachige jüdische Gemeinde, die seit dem 14. Jahrhundert in Ioannina lebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte die Gemeinde 4.000 Mitglieder, was etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Stadt entsprach.

Als Griechenland im Oktober 1940 in den Zweiten Weltkrieg eintrat, war die Stadt Ioannina Hauptquartier und logistischer Stützpunkt der griechischen Armee. Nach sechsmonatigen Kämpfen gegen italienische und deutsche Truppen unterzeichnete Griechenland einen Waffenstillstand.

Im April 1941 wurde das Land einer dreifachen Besetzung durch Deutschland, Italien und Bulgarien unterworfen. Epirus wurde der italienischen Zone zugeschlagen. Im Sommer 1943 übergab die italienische Armee die Verwaltung an das nationalsozialistische Deutschland.

Zu dieser Zeit gab es in Ioannina zwei Synagogen. Die Neue Synagoge (Kahal Kadosh Hadash) befand sich außerhalb der Burgmauern. Vor Beginn der Massendeportationen wurde sie von den Deutschen geplündert, verwüstet und als Gefängnis genutzt.

Die alte Synagoge (Kahal Kadosh Yashan) im jüdischen Viertel innerhalb der Burg wurde mit Hilfe des Bürgermeisters Dimitrios Vlachleidis gerettet, der die Nazis davon überzeugte, den Bestand der Zosimaia-Bibliothek von Ioannina in der Synagoge unterzubringen und das Synagogengebäude als Bibliothek zu nutzen. Die Gemeinde versteckte die heiligen Gefäße in der Krypta der Synagoge, wo sie nach dem Krieg wiedergefunden wurden.

Am 25. Mai 1944 wurden 1.870 griechische Jüdinnen und Juden nach Auschwitz-Birkenau deportiert; nur 112 von ihnen kehrten zurück. Im Inneren der Synagoge „Kahal Kadosh Yashan“ tragen Gedenktafeln die Namen derer, die bei der Shoah der Romanioten-Juden von Ioannina ermordet wurden. In der Synagoge sind zudem Fragmente der Marmorverzierungen aus der zerstörten Synagoge erhalten.

Auf dem jüdischen Friedhof von Ioannina wurde zudem ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg Verstorbenen errichtet. Im Jahr 1994 wurde im jüdischen Viertel ein Gedenkstätte für die im Holocaust ermordeten Romanioten eingeweiht.

​16, Ioustinianou street, Castle of Ioannina, 45221 Ioannina

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