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Der Holocaust an den Jüdinnen und Juden von Ioannina

​​Ioannina war über viele Jahrhunderte hinweg das Zentrum der romaniotischen jüdischen Gemeinde. Als Griechenland im Zweiten Weltkrieg unter die Dreierbesatzung gestellt wurde, lebten 1.950 romaniotische Juden in Ioannina. Am 25. März 1944 wurden 1.870 von ihnen nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur 112 von ihnen überlebten und kehrten in ihre Heimat zurück.​

​​Die Romanioten werden erstmals im 14. Jahrhundert in der Geschichte der Stadt Ioannina erwähnt. Sie leben seit der hellenistischen Zeit in Griechenland und haben die griechische Sprache angenommen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte die Gemeinde etwa 4.000 Menschen, deren Zahl sich jedoch aufgrund der Balkankriege und ihrer Auswanderung allmählich verringerte.

Am 28. Oktober 1940 lehnte Griechenland das italienische Ultimatum ab, das den freien Truppendurchmarsch und die Besetzung strategischer Stützpunkte forderte. Dies war der Beginn des griechisch-italienischen Krieges. Ioannina war die erste griechische Stadt, die in den Zweiten Weltkrieg verwickelt wurde, und der Standort des Hauptquartieres der griechischen Armee. Die männlichen Mitglieder der jüdischen Gemeinde kämpften an der Front an der griechisch-albanischen Grenze, während viele Frauen als Krankenschwestern dienten.

Im April 1941 kämpfte Griechenland sowohl gegen die italienische als auch gegen die deutsche Armee. Daraufhin unterzeichnete das Land einen Waffenstillstand und wurde unter die Dreifachbesatzung durch Deutschland, Italien und Bulgarien gestellt. 1943 übergab Italien die Kontrolle über Epirus an die Nationalsozialisten, die bald darauf begannen, jüdische Bürgerinnen und Bürger zu registrieren und ihr Vermögen zu beschlagnahmen.

Diejenigen, die die bevorstehende Verfolgung vorausahnten, versuchten, mit Hilfe des christlichen Klerus zu fliehen. Einige überlebten, indem sie sich in christlichen Häusern versteckten oder sich griechischen Widerstandsgruppen in den Bergen anschlossen. Im März 1944 wurde jedoch der Plan der Deutschen zur „Endlösung“ gegenüber der jüdischen Bevölkerung von Ioannina durchgesetzt.

Am 25. März 1944, dem Jahrestag des griechischen Unabhängigkeitskrieges von 1821, wurden die romaniotischen Juden von Ioannina angewiesen, sich im Militärkrankenhaus der Burg Its Kale und auf dem Mavilis-Platz am See zu versammeln. 1.870 Menschen wurden auf 97 Lastwagen verladen und zunächst nach Trikala und dann nach Larisa transportiert. Von dort aus wurden sie zusammen mit Jüdinnen und Juden aus diesen beiden Städten mit dem Zug in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Fast alle wurden ermordet. Nur 112 von ihnen überlebten das Vernichtungslager.

Der Holocaust an den Romanioten von Ioannina hat eine uralte Gemeinde fast ausgelöscht, konnte jedoch ihr Erbe nicht auslöschen.

​​Geor. Soutsou 5​, 45444 Ioannina
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