#Denkmal

​​Gedenkstätte für das Massaker von Ligiades​

Diess Denkmal erinnert an das Massaker an 82 Zivilistinnen und Zivilisten aus dem Dorf Ligiades am 3. Oktober 1943. Es war eines der vielen Massaker, unter denen die Bevölkerung von Ioannina zu leiden hatte, unmittelbar nachdem die Nazi-Truppen im Sommer 1943 die Region Epirus besetzt hatten und ihre früheren Verbündeten, die italienischen Truppen, abgelöst hatten.

Ioannina ist eine Stadt im Nordwesten Griechenlands, die am Pamvotis-See liegt. Sie war die erste griechische Stadt, die in den Zweiten Weltkrieg verwickelt wurde, und diente seit Ausbruch des griechisch-italienischen Krieges im Oktober 1940 als Hauptquartier der griechischen Armee. Im April 1941 griffen deutsche Truppen Griechenland von Norden her an. Trotz der Verteidigungsbemühungen unterzeichnete das Land einen Waffenstillstand und wurde unter die dreifache Besatzung durch Deutschland, Italien und Bulgarien gestellt.

Von April 1940 bis zum Sommer 1943 war die Region Epirus von der italienischen Armee besetzt. Im Sommer 1943 wurde die 1. Gebirgsdivision der deutschen Wehrmacht „Edelweiß“ nach Ioannina verlegt. Während ihres Aufenthalts verhängten sie gegenüber der Zivilbevölkerung eine brutale Vergeltungspolitik als Reaktion auf die Aktionen des griechischen Widerstands.

Auf der anderen Seite des Pamvotis-Sees liegt das Bergdorf Ligiades, das die Stadt Ioannina überragt. Am 3. Oktober 1943, einem Sonntagmorgen, beobachteten die Frauen des Dorfes, wie sich sechs Lastwagen der Siedlung näherten. Fast alle Männer waren zur Ernte unterwegs. Die Nazi-Truppen plünderten die Häuser und brannten die Gebäude nieder. Anschließend trieben sie die Bevölkerung auf den Dorfplatz zusammen, wo sie sie mit Maschinengewehren erschossen. 82 Menschen wurden an diesem Tag erschossen oder lebendig verbrannt, darunter 34 Säuglinge und Kinder, 37 Frauen und elf ältere Menschen.

Das Denkmal für das Massaker von Ligiades wurde 2002 vom Bildhauer Efstathios Leontis geschaffen und 2005 auf dem zentralen Dorfplatz aufgestellt. Die Darstellungen des Denkmals sind von wahren Begebenheiten inspiriert. Auf der linken Seite sind die Namen und das Alter der Opfer verewigt.

Hinter dem Denkmal befindet sich die alte Dorfschule, die heute als Kulturzentrum dient und audiovisuelles Archivmaterial zum Massaker präsentiert. Jedes Jahr findet in der Kirche des Heiligen Georg, die sich neben der Schule befindet und seit dem 17. Jahrhundert ein wichtiges religiöses Zentrum von Epirus ist, eine Gedenkfeier statt.

Ligiades wurde als „Märtyrerdorf“ anerkannt und in das griechische Netzwerk der „Märtyrerdörfer und -städte“ aufgenommen.

​​Ligiades, 45500 Ioannina ​​​
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