Big Vicarage wurde 1843 als Wohn- und Arbeitsstätte des Pfarrers der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Ilomantsi erbaut.
Der Standort bietet einen unverbauten 360-Grad-Ausblick. Daher erwies sich das „Big Vicarage“ während des Finnisch-Sowjetischen Winterkriegs und des Fortsetzungskriegs als idealer Standort für einen Beobachtungsposten. Zu diesem Zweck wurde auf dem Dach eine Plattform mit Geländern errichtet.
Die meisten Beobachterinnen waren Mitglieder der Lotta-Svärd-Vereinigung, eines freiwilligen Frauenhilfsdienstes, der auf Verlangen der Alliierten Kontrollkommission im Herbst 1944 aufgelöst wurde.
Sie arbeiteten das ganze Jahr über rund um die Uhr in zweistündigen Schichten. In kalten Winternächten, wenn beißende Winde wehten, froren sie bis auf die Knochen, obwohl die Dachplattform nicht besonders weit über dem Boden lag.
Zur Grundausstattung der Beobachterinnen gehörten ein Notizblock, eine Flugzeugerkennungskarte, ein Sichtgerät, ein Fernglas und ein Telefon. Jede Flugzeugsichtung meldeten sie unverzüglich telefonisch an die regionale Luftüberwachungszentrale im Rathaus von Joensuu.
Am Weihnachtstag 1939 bombardierten feindliche Flugzeuge das Dorf der Gemeinde Ilomantsi, wobei der größte Schaden an der heutigen Kauppatie-Straße entstand. Eine nicht explodierte russische Brandbombe wurde Mitte der 2010er Jahre bei Arbeiten zur Verlegung von Erdkabeln nur 200 Meter vom „Big Vicarage“ entfernt ausgegraben.
Das „Big Vicarage“ befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
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