#Geschichte

Les Coutures: Ein Stadtteil, der während des Krieges streng überwacht wurde

Das Arbeiterviertel Les Coutures in Limoges war das erste, das 1940 von den deutschen Bombenangriffen heimgesucht wurde. Aufgrund seiner Lage und des politischen Engagements seiner Bewohnerinnen und Bewohner stand es während des Krieges besonders unter Beobachtung.

Das Viertel Les Coutures, das Anfang der 1930er Jahre vom Architekten Roger Gonthier entworfen wurde, wurde am 19. Juni 1940 in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen, als drei deutsche Flugzeuge den Bahnhof bombardierten und auch das umliegende Gebiet wahllos beschossen. Der Angriff erfolgte so plötzlich, dass keine Vorwarnung gegeben wurde. Die verängstigte Bevölkerung suchte Zuflucht in ihren Kellern. Eine Frau kam ums Leben, ein Mädchen im Teenageralter und ein kleines Kind wurden verletzt. In der Rue Adrien Pressemane Nr. 15 sind die Spuren dieses Ereignisses erhalten geblieben.

Les Coutures, ein bei der Bevölkerung beliebtes und dem Vichy-Regime feindlich gesinntes Viertel, wurde von den Behörden streng überwacht. Dennoch machte seine labyrinthische und geschlossene Struktur das Viertel zu einem Zufluchtsort für Mitglieder der Résistance, die sich so diskret zwischen den Gebäuden bewegen konnten. Dachböden boten Verstecke für Flüchtlinge. In der Nachbarschaft fasste die Widerstandsbewegung Front National (verbunden mit der Kommunistischen Partei) Fuß, mit Persönlichkeiten wie Francis Demay, Marie-Louise Lagrange und Maria Roche. Sie erhielten auch Unterstützung von Jeanne Nicot.

Jeanne Nicot, geborene Grandjean, war Mitglied der Forces Françaises de l'Intérieur (FFI, institutionalisierte Widerstandsgruppe Französische Streitkräfte im Inneren). Sie beherbergte in ihrem Haus Flüchtlinge aus dem Internierungslager Saint-Germain-les-Belles. 1941 verhaftet, später jedoch freigelassen, geriet sie wiederholt ins Visier der Vichy-Polizei und der Gestapo. Jeanne Nicots Haus wurde insgesamt siebzehn Mal durchsucht. Am 20. März 1944 wurde sie von der Gestapo verhaftet, vom 22. März bis zum 15. April in Romainville inhaftiert und dann am 22. April 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück im Norden Berlins deportiert. Am 21. Mai 1945 wurde sie befreit.

​​14 avenue Jean Gagnant​, 87000 Limoges

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