#Geschichte

Der Bahnhof von Limoges unter deutscher Herrschaft: Besatzung, Widerstand und Unterdrückung

Mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten in die freie Zone Frankreichs im November 1942 wurde der Bahnhof von Limoges von deutschen Truppen besetzt. Als strategischer Knotenpunkt für die Widerstandsgruppe „Résistance-Fer“ (Eiserner/Eisenbahn Widerstand) entwickelte er sich bis 1944 zu einem regelrechten Schauplatz der Kampfhandlungen.

Deutsche Eisenbahnarbeiter, bekannt als „Banofs“ (abgeleitet vom deutschen Wort „Bahnhof“), wurden unter dem Kommando der Transport-Kommandantur nach Limoges entsandt. Vorrang hatten deutsche Züge, die Truppen, Ausrüstung und Gefangene aus nahegelegenen Internierungslagern wie Nexon oder Saint-Germain-les-Belles transportierten. Die Gefangenen wurden durch ein noch heute sichtbares Tor auf die Gleise gebracht und dann über Drancy in verschiedene Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Im Untergeschoss des Bahnhofs, unterhalb der Gleise, mauerte die Wehrmacht einen Teil eines alten Straßentunnels zu, um einen Luftschutzbunker zu schaffen. Die Beschriftung am Eingang, „Réservé à la Wehrmacht“ (Für die Wehrmacht reserviert), ist noch heute sichtbar. Die Beschilderung des Bahnhofs erfolgte vollständig in deutscher Sprache. Jeden Abend leerte die Ausgangssperre das Gebäude und die Bahnsteige. Der Zugang zu den Gleisen war allen Personen strengstens untersagt, die nicht von der SNCF (Französische Staatsbahn) autorisiert waren.

Aufgrund seiner Größe war der Bahnhof für die Deutschen jedoch schwer zu kontrollieren. Er diente als strategischer Stützpunkt für eine bedeutende Gruppe innerhalb der Résistance-Fer, die seit 1941 unter der Führung von Paul Vives-Caillat aktiv war. Bis 1943 führte dieser unorganisierte Einzelwiderstand Sabotageakte durch, die nur minimale Ausrüstung erforderten: das Ablassen von Öl aus Achslagerungen und das Einfüllen von Schwefelsäure in Achslagergehäuse. Waffen wurden in der Kuppel des Bahnhofs versteckt. André Lafarge, Henri Lagrange und ihre Kameraden störten die deutsche Kommunikation. Dank der von ihnen gelieferten Informationen zerstörten britische Royal Airforce Bomber in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar 1944 das Werk von Gnome et Rhône in der Nähe des Rangierbahnhofs Puy-Imbert.

Um der Résistance entgegenzuwirken, verschärfte sich die Repression durch die Gestapo im Jahr 1944, woran eine Gedenktafel in der Bahnhofshalle erinnert, die den während des Krieges verschwundenen SNCF-Mitarbeitern gewidmet ist. Einschusslöcher und zwei Graffiti an den Bahnhofswänden erinnern daran, dass am 10. August 1944 ein Generalstreik der Eisenbahnarbeiter den Bahnverkehr lahmlegte und am 19. August der Bahnhof von der Résistance-Fer bis zur Befreiung der Stadt am 21. August 1944 eingenommen wurde.

4 place Maison Dieu et square de déportés, 87036 Limoges

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