Anfang 1943 übernahm der KdS (Kommandeur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes), allgemein bekannt als Gestapo, ein Anwesen der Industriellenfamilie Lacaux an der Ecke Cours Gay-Lussac und Impasse Tivoli. Die Lage war kein Zufall: Versteckt in einer Sackgasse lagen die Gebäude hinter hohen Mauern verborgen. Die nahegelegene Feldgendarmerie (deutsche Militärpolizei), die in der Marceau-Kaserne und am Bahnhof stationiert war, erleichterte den Transport der Gefangenen.
Das Gebäude am Eingang der Gasse wurde von jenen, die das Pech hatten, dort hineinzukommen, und das Glück, lebend wieder herauszukommen, um davon zu berichten, als „Braunes Haus“ oder „Wolfsfalle“ bezeichnet. Die Keller dienten als Haft- und Folterkammern. Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren abgerissen und durch einen modernen Bau ersetzt. Weiter die Gasse hinunter auf der rechten Seite beherbergte ein großes bürgerliches Haus einige hochrangige Offiziere. Dahinter wurden auch die Garagen zur Folter genutzt.
Das Büro wurde zunächst von Hans-Nikolai Jessen geleitet, ab Juni 1943 dann von August Meier. Meier, seit 1923 Polizeibeamter, seit 1933 Mitglied der NSDAP und seit 1934 Teil der SS, war zuvor in der Tschechoslowakei, der Ukraine und im Kaukasus tätig gewesen, wo seine Einheit an zahlreichen Gräueltaten beteiligt war.
Zwischen November 1942 und August 1944 verhafteten der nationalsozialistische Sicherheitsdienst in Limoges und seine lokalen Kollaborateure mindestens 920 politische oder rassische Feinde der Besatzer. Fast alle Verhafteten wurden Opfer von Gewalt oder Folter. Die Überlebenden wurden nach Romainville, in Pariser Gefängnisse oder ins Lager Compiègne gebracht, bevor sie in Konzentrationslager deportiert wurden, wie beispielsweise Violette Szabo. Als britische Geheimagentin des Special Operations Executive (SOE) wurde sie am 10. Juni 1944 in der Nähe von Salon-la-Tour in einem Hinterhalt einer deutschen Patrouille gefangen genommen. Sie wurde in der Villa Tivoli in Limoges gefoltert und anschließend in das Konzentrationslager Ravensbrück nördlich von Berlin deportiert, wo sie am 5. Februar 1945 starb.
Nach dem Krieg wurde die Straße umbenannt. Heute ist sie als Impasse Saint-Exupéry bekannt.