#Geschichte

Das Lycée Gay-Lussac: ein Zentrum des studentischen Widerstands

Das Gay-Lussac Gymnasium wurde 1942 zur Heimat einer Gruppe von Schülern, die als „17. Bar“ bekannt war – ein spontanes, naives und doch mutiges Bündnis von etwa vierzig Jugendlichen. Innerhalb weniger Stunden vollzogen sie im April 1943 den Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter, indem sie sich dem französischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung anschlossen. Die Schule war seit Beginn des Schuljahres 1940 ein Zentrum des Widerstandes gewesen.

Joseph Storck, der Schulleiter elsässischer Herkunft, rettete zahlreiche jüdische Internatsschüler, indem er ihnen in seiner geheimen Werkstatt gefälschte Ausweise ausstellte. Er verwies jüdische Schüler systematisch unter Vorwänden aus der Schule, um sie vor der Registrierung durch die Gestapo zu schützen. Er versteckte sie während Razzien der Milizen und brachte gefährdete Jugendliche bei Gastfamilien unter.

Ende 1942 gründeten die Schüler Gabriel Judde, Félix Champarnaud, Claude Cahen und Jacques Fourneau ein Widerstandsnetzwerk namens „17. Bar“ (frz. 17e barreau). Um die Maquis (Widerstandskämpfer) zu unterstützen, brachen sie am 7. April 1943 in das Uniformdepot der Jugendarbeitslager von Limoges ein. Viele Mitglieder des Netzwerks wurden verhaftet. Am 26. August 1943 wurden 37 Gymnasiasten und junge Arbeiter von der Sonderkammer des Berufungsgerichts Limoges wegen „Demonstrationen gegen das französische Volk oder seine Regierung“ vor Gericht gestellt. Die Jüngsten wurden ins Lager Nexon geschickt, während die Erwachsenen in Limoges inhaftiert wurden. Die Intervention von Schulleiter Storck sicherte einigen die Freilassung, konnte jedoch die Deportation vieler nicht verhindern. Nach dem Krieg wurde Joseph Storck als "Gerechter unter den Völkern" geehrt. Eine Gedenktafel in der Eingangshalle der Schule würdigt ihn.

Kurz vor der Befreiung wurde das Stadtviertel Petit Quartier von den Milizen als Kaserne requiriert. Viele Widerstandskämpfer und Juden, darunter die späteren Schriftsteller Robert Giraud und André Schwarz-Bart, wurden dort gefoltert.

​​12 boulevard Georges Perrin​ , 87000 Limoges

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