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Nur wenige kehrten zurück – Synagogenmuseum Coevorden

Die Verbindung Coevordens zur jüdischen Gemeinde reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1768 wurde erstmals eine organisierte jüdische Gemeinde erwähnt, die aus etwa zehn Familien bestand. In den folgenden Jahrzehnten wuchs diese Zahl auf einige Hundert Personen an. Gottesdienste fanden in einem Haus an der Kerkstraat statt, wo 1840 eine neue Synagoge errichtet wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle das Jüdische Denkmal und das Synagogenmuseum Coevorden, das die Geschichte des jüdischen Lebens in der Provinz Drenthe und der Umgebung erzählt.

Dazu gehört auch die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Coevorden, die neben mehreren religiösen Vereinigungen auch einen Freizeitverein, einen Theater- und Gesellschaftsverein sowie eine zionistische Jugendbewegung umfasste. Mit ihrer beruflichen Vielfalt war die Gemeinde gut in die lokale Gesellschaft integriert. Kurz gesagt, es war eine lebendige Gemeinde – bis 1940 der Krieg ausbrach.

Während der deutschen Besatzung der Niederlande waren die Juden und Jüdinnen der Stadt Coevorden denselben restriktiven Maßnahmen ausgesetzt, die auch anderswo im Land galten. In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1942 holte die niederländische Polizei auf Befehl der deutschen Besatzer alle jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner der Provinz Drenthe aus ihren Häusern und transportierte sie in das berüchtigte Durchgangslager Westerbork. Unter ihnen befand sich der Großteil der jüdischen Gemeinde von Coevorden.

Von den 142 Juden, die 1942 in Coevorden lebten, überlebten weniger als zwanzig den Krieg – sei es durch Flucht, Untertauchen oder indem sie die Schrecken der Lager ertrugen. Izak Kan und Jo Frank überlebten, indem sie aus dem Arbeitslager bei Linde flohen. Auch Herman Zilverberg, Sohn des bekannten jüdischen SDAP-Führers (Sozialdemokratische Arbeiterpartei der Niederlande) Hartog Zilverberg (Ratsmitglied und Stadtrat), floh aus diesem Lager. Obwohl er später gefangen genommen und nach Auschwitz deportiert wurde, gehörte er zu den wenigen, die diese Strapazen überstanden. Semmy van Coevorden entschied sich, im Arbeitslager Linde zu bleiben, aus Angst vor Repressalien gegen seine Eltern in Coevorden. Er landete im Durchgangslager Westerbork, wo er mit seinem älteren Bruder Maurits wiedervereint wurde. Gemeinsam gelang es ihnen, der Deportation zu entgehen und den Krieg zu überleben.

Herman heiratete 1947 Annie Bollweg; sie waren bis zu seiner Festnahme 1944 in Kontakt geblieben. Sie ließen sich zunächst in dem Textilgeschäft nieder, das seine Mutter in der Friesestraat in Coevorden gegründet hatte, bevor sie wegen seines Studiums nach Amsterdam zogen. Nach dem Krieg ließ sich Jo Frank wieder in Coevorden nieder und wurde ein hoch angesehener Ladenbesitzer. Semmy und Maurits van Coevorden wurden wie ihr Vater Viehhändler, während Izak Kan nach Israel auswanderte.

Kerkstraat 36, 7741 JC Coevorden. Opening times: Thursday through Saturday, from 1:30 PM to 4:30 PM
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