Im Jahr 1933 begann der Bau von fünfzehn Emsland-Lagern in der Region Emsland. Das nationalsozialistische Regime nutzte diese Lager, um seine politischen Gegner zu inhaftieren und sie zu einer Änderung ihrer Ansichten zu bewegen. Manchmal reichte schon der bloße Verdacht der Opposition gegen das NS-Regime aus, um eine Inhaftierung zu rechtfertigen. Die Emslandlager hatten verschiedene Funktionen: Einige unterstanden der staatlichen Verwaltung, andere wurden von der SS betrieben. Sie dienten der Präventivhaft, der Bestrafung und später der Unterbringung von Kriegsgefangenen und sogenannten „Nacht-und-Nebel“-Häftlingen – Personen, die spurlos verschwinden sollten. Viele wurden zu Zwangsarbeit in den umliegenden Mooren oder in der Landwirtschaft und Kriegsindustrie eingesetzt.
Esterwegen war das siebte Arbeits- und Straflager. Auch hier wurden Personen inhaftiert, die sich gegen das Regime aussprachen. Die Gefangenen wurden zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen und oft misshandelt. Einer dieser Gefangenen war der Kabarettist Werner Finck. In Berlin war er bekannt für seine satirischen Angriffe auf das Regime, insbesondere für seine Spottverse über Hermann Göring. Während einer Vorstellung im Kabarett der Komiker in einem Raum voller Nazi-Anhänger machte er eine gewagte Bemerkung: „Heute sind wir offen, gestern waren wir zu, aber wenn ich heute zu offen bin, sind wir morgen wieder zu." Kurz nach dieser Bemerkung wurde er verhaftet und nach Esterwegen geschickt. Trotz seiner Inhaftierung trat er weiterhin auf, diesmal für seine Mitgefangenen. Schließlich wurde er unter der Bedingung freigelassen, dass er ein Jahr lang nicht auftreten würde. Um einer weiteren Inhaftierung zu entgehen, meldete er sich als Kommunikationsoffizier zur Wehrmacht. Nach dem Krieg nahm er seine Karriere als Komiker wieder auf, bis er 1978 starb.
Die Gedenkstätte Esterwegen dient als Ort der Erinnerung an die Häftlinge und die Bedingungen, unter denen sie lebten. Das Museum zeigt zahlreiche persönliche Geschichten, die die Geschichte des Lagers Esterwegen und der Emslandlager wieder zum Leben erwecken.