#Wahrzeichen

Haus der Wannsee-Konferenz

Die Villa, die am Ufer des Großen Wannsees am Rande von Berlin liegt, diente während des Zweiten Weltkriegs als Gäste- und Erholungszentrum für die Schutzstaffel (SS). Am 20. Januar 1942 fand dort das heute als „Wannsee-Konferenz“ bekannte Treffen statt, bei dem die „Endlösung der Judenfrage“ erörtert wurde.

Im Jahr 1914 erwarb der deutsche Pharmaunternehmer Ernst Malier ein Grundstück am Großen Wannsee und beauftragte den Architekten Paul O. A. Baumgarten mit dem Bau einer repräsentativen Villa darauf. 1941 wurde diese an die Nordhav-Stiftung verkauft, die von Reinhard Heydrich, dem Leiter des Reichssicherheitshauptamtes, gegründet worden war. Von 1941 bis 1945 diente sie als Gäste- und Erholungszentrum für SS-Angehörige. Hier kamen hochrangige SS-Offiziere, Leiter von Einsatzkommandos und Chefs befreundeter ausländischer Geheimdienste unter.

Auf Einladung von Reinhard Heydrich fand am 20. Januar 1942 in der Villa eine Besprechung statt, an der Vertreter der SS, der NSDAP und mehrerer Reichsministerien teilnahmen, Thema war die „Endlösung der Judenfrage“. Heydrichs Ziel war es, die Anerkennung seiner Führungsrolle bei den Deportationen zu sichern und wichtige Ministerien und Parteibüros in die Vorbereitungen für die Ermordung der europäischen Juden einzubeziehen.

Die Konferenz ist von großer Bedeutung für die Geschichte des Holocaust, da sie die notwendige Koordination ermöglichte, um den Völkermord an den Juden auf fast ganz Europa auszuweiten. Adolf Eichmann, ein Experte für Deportationen im Reichssicherheitshauptamt, verfasste das Protokoll, das 1947 in den Akten des Deutschen Auswärtigen Amtes gefunden wurde.

Im Jahr 1946 ging das Anwesen in den Besitz des Magistrats von Groß-Berlin über, die es im Dezember 1946 an die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) vermietete. Fünf sozialdemokratische Verleger gründeten dort 1947 das „August-Bebel-Institut“, benannt nach August Bebel, einer führenden Persönlichkeit der deutschen Arbeiterbewegung und Mitbegründer der SPD.

1990 wurde der gemeinnützige Verein „Erinnern für die Zukunft – Trägerverein des Hauses der Wannsee-Konferenz e.V.“ gegründet. Die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz wurde am 19. Januar 1992 offiziell eröffnet. Sie bietet eine Dauerausstellung sowie wechselnde Sonderausstellungen an und veranstaltet Führungen, Seminare und Workshops.

Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin, Germany

Phone number: 0049 30 2179986 00, Email: info@ghwk.de

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